Eins ist sicher: die Rente ... wird kleiner

Ich traute meinen Augen nicht

als ich neulich Norbert Blüm in einer Kabarettsendung auftreten sah mit seinem sattsam bekannten Spruch: "die Rente ist sicher!" Hat uns eine Zeitmaschine in die Achtziger zurückversetzt?

Klar, der Mann hat zwar irgendwo auch recht:

  • Erstens, weil seine Ministerrente nun wirklich sicher und vor allem großzügig im Vergleich zur gesetzlichen Rente ausfällt...
  • Zweitens, weil er und die Kabaretisten zurecht die Abzockermethoden in der privaten Altersvorsorge aufs Korn nahmen.

Aber...

hat Blüm schon mal was von zunehmender Lebenserwartung, schrumpfender Bevölkerung und sinkenden Rentenniveaus gehört? Die gesetzliche Rente sinkt in den nächsten Jahren auf gut 45% des letzten Nettoeinkommens und der Trend zu steigenden Lebenserwartungen ist ungebrochen.

 

Der Schreiber dieser Zeilen hat mit Müh und Not einen Nachkommen gezeugt (Nachdem ich meine Partnerin vorher geschickt mit dem Buch "Schwanger ab 35" für die Thematik der tickenden Uhr sensilibisiert hatte...). Deshalb muss ich mich an die eigene Nase fassen, wenn meine Ansprüche aus der gesetzlichen Rente immer kleiner werden.

 

Was soll Blüms Spruch "die Rente ist sicher", wenn immer mehr Leute nach über vier Jahrzenten der Arbeit der Altersarmut ausgesetzt sind? Das grenzt an Volksverdummung!

 

Überlegen wir einmal:

Was ist die gesetzliche Rente?

Wann und warum wurde Sie eingeführt?

 

Die gesetliche Rentenversicherung in ihrer heutigen Form wurde 1957 eingeführt. Da nach dem Krieg keine Rentenguthaben zu verteilen waren, wurde sie umlagefinanziert ("Generationenvertrag"), d. h., die Beiträge der Arbeitnehmer werden direkt an die Rentner ausgezahlt und nicht investiert. Im Gegenzug erwerben die Arbeitnehmer einen Rentenanspruch. Das ist im Prinzip alles heute noch so - nur sinken die Rentenansprüche seit Jahren politisch gewollt ab, weil einfach nicht mehr genügend Beitragszahler "nachwachsen". Ok- mal abgesehen von der Mütterrente, der Rente mit 63 und anderen teuren Wahlgeschenken - die die Koalitionäre zukünftigen Generationen meinen aufbürden zu müssen.

 

Norbert Blüm hat also unrecht:

  • erstens, weil eine schrumpfende Rente keine sichere Rente ist.
  • und zweitens, weil die umlagefinanzierte Rente an Ihre Grenzen stößt und deshalb sogar richtigerweise schrumpfen muss!

Deshalb sollte jeder selber einen zusätzlichen Rententopf bilden, der im Alter die umlagefinanzierte Rente ergänzt. Das viele der im Bereich Riester &Co angebotenen Produkte katastrophale hohe Kosten haben, steht auf einem anderen Blatt und wird mich im nächsten Beitrag beschäftigen.

 

 

 

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